Nach den E-Bikes und den Elektromotorrollern machen jetzt also die E-Scooter die Stadt unsicher und erfreuen sich ebenfalls dem so beliebten Sharing-Modell. Nahezu jeder wird den Begriff „Sharing“ schon mal gehört haben und der ein oder andere kann sich ihn aus dem Englischen herleiten, doch was ist mit „Sharing“ eigentlich gemeint?

E-Scooter-Sharing in München – was bedeutet das eigentlich?

Mit E-Scooter-Sharing ist das Leihen und Bereitstellen der Elektroroller in bestimmten Geschäftsgebieten in München gemeint. Mit ein paar Klicks auf der jeweiligen Anbieter-App könnt ihr gegen eine Leih-Gebühr also einen E-Scooter freischalten und sofort losfahren. Sobald ihr an eurem Ziel angelangt seid, könnt ihr wiederum über die App die Fahrt beenden und den E-Scooter an einem geeigneten Platz parken – bis wiederum eine andere Person kommt und sich den E-Scooter für eine kleine Spritztour „leiht“. Ob ihr für die Nutzung der E-Scooter in München einen Führerschein benötigt, erfahrt ihr hier.

E-Scooter-Sharing in München – welche Anbieter gibt es?

In München bieten mit den Anbietern Tier, Lime, Circ und Voi mittlerweile vier Sharing-Firmen E-Scooter zum Verleih an und es sollen noch weitere hinzukommen – hier gibt es einen detaillierten Überblick über alle Anbieter und ihr Angebot:

E-Scooter Sharing in München – was kann der Anbieter Tier?

  • In München ist die Firma ‚Tier‘ mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) eine Kooperation eingegangen und will insgesamt rund 1.500 E-Scooter bereitstellen. Der Plan sieht vor, 100 E-Scooter innerhalb des Altstadtrings, 1.000 zwischen Altstadtring und Mittlerem Ring und 400 außerhalb des Mittleren Rings zum Verleih anzubieten.
    Die Kosten belaufen sich auf 1 € Aktivierungsgebühr und 0,19 Cent pro Minute Fahrtdauer. Die Ausleihe erfolgt über die ‚Tier-App‘. Bezahlen lässt sich via Kreditkarte oder Paypal. Bisher funktioniert die Abwicklung lediglich über die ‚Tier‘-App, doch ab Oktober soll das Bezahlen auch über die App ‚MVG more‘ möglich sein.
    Mit den türkisen E-Scootern vom Berliner Start-up lässt sich eine Strecke bis zu 40 Kilometer zurücklegen, danach muss der Akku aufgeladen werden. Das passiert jedoch in der Regel über Nacht – dann bekommen die Elektroroller neuen Saft, werden gewartet und anschließend wieder in der Stadt verteilt.
    Ausstattung: Die Roller von ‚Tier‘ haben, wie es Vorschrift ist, zwei Bremsen integriert: dabei handelt es sich um zwei Handbremsen für Vorder- und Hinterrad. Hinzu kommt noch eine Fußbremse. Natürlich ist der E-Scooter auch mit einer Klingel ausgestattet, die sich vorne links am Lenker befindet. ‚Tier‘ hat seinen Rollern sogar noch ein Tachometer spendiert, somit kann man also jederzeit die Geschwindigkeit ablesen.

    Die Ausleihzeiten im Überblick:
    • Mo – Do: 7 bis 22 Uhr
    • Fr: 7 bis 0 Uhr
    • Sa: 9 bis 0 Uhr
    • So: 9 bis 22 Uhr

E-Scooter Sharing in München – was kann der Anbieter Lime?

  • Die Anzahl der E-Scooter von der Firma ‚Lime‘ beläuft sich in München auf mehrere hundert Stück.
    Nach einer Aktivierungsgebühr von 1 € betragen die Kosten 0,20 Cent pro Minute Fahrtdauer. Leihen kann man sich die E-Scooter über die ‚Lime-App‘. Und auch bei der Bezahlung über die App hebt sich das Unternehmen von den anderen Anbietern ab. Denn bei ‚Lime‘ ist es möglich, ein Guthaben in Höhe von 5, 10, oder 20 € aufzuladen – andere Firmen wollen direkt nach der Fahrt bezahlt werden. Der jeweilige Betrag kann über Kreditkarte oder Paypal beglichen werden.
    Ausstattung: Die E-Scooter von der amerikanischen Firma ‚Lime’ sind durch ihr weiß-grünes Farbdesign erkennbar. Nach rund 30 Kilometern müssen die Roller aufgeladen werden. Die E-Scooter von ‚Lime‘ besitzen eine Handbremse am Lenker und eine Fußbremse über das Schutzblech am Hinterrad – die Klingel ist links am Lenker angebracht. Zudem sind die ‚Lime‘-Roller wie auch bei den Flitzern von ‚Tier‘ mit einem Tachometer ausgestattet.


    Die Ausleihzeiten im Überblick:
    • Rund um die Uhr

E-Scooter Sharing in München – was kann der Anbieter Circ?

  • Noch ist nicht ganz klar, wie viele E-Scooter die Firma ‚Circ‘ in München bereitstellt, aber auch hier wird das Unternehmen wohl noch aufstocken.
    Die Kosten belaufen sich auch hier auf eine Aktivierungsgebühr von 1 € und 0,20 Cent pro Minute Fahrzeit. Die Ausleihe ist über die ‚Circ-App“ möglich. Bezahlen lässt sich bei dem Anbieter jedoch nur mit Kreditkarte und auch die Handhabung der App lässt noch Luft nach oben.
    Ausstattung: Die Roller der deutschen Firma ‚Circ‘ sind durch ihre schwarz-rote Farbgebung ein echter Blickfang. Bis zu 45 Kilometer können die E-Ecooter von ‚Circ‘ fahren, danach müssen die Roller ans Stromnetz gehängt werden. Im Vergleich zu anderen Anbietern besitzen die ‚Circ‘-Scooter neben einer praktischen Halterung auch eine USB-Buchse zum Aufladen des Smartphones. Die beiden Handbremsen sowie die Klingel befinden sich am Lenker.


    Die Ausleihzeiten im Überblick:
    • Rund um die Uhr

E-Scooter Sharing in München – was kann der Anbieter Voi?

  • Auch beim Anbieter ‚Voi‘ aus Schweden ist nicht bekannt, wie viele E-Scooter auf den Straßen Münchens zu finden sein werden, da das „Sharing“ erst am 5. Juli 2019 startete.
    Die Kosten für eine Fahrt betragen nach einer Aktivierungsgebühr von 1 € pro Minute 0,15 Cent. Nutzen kann man die E-Scooter über die ‚Voi-App‘. Die Bezahlung der jeweiligen Fahrt ist jedoch bisher nur über Kreditkarte möglich. Ausstattung: Die E-Scooter der Firma ‚Voi‘ sind wie auch die ‚Circ‘-Modelle in schwarz und rot gehalten. Die ‚Voi‘-Roller sind mit einer Handbremse am Lenker und einer Fußbremse am Schutzblech ausgestattet. Rund 30 Kilometer packen die E-Scooter, dann muss aufgeladen werden.


    Die Ausleihzeiten im Überblick:
    • Noch nicht bekannt

E-Scooter Sharing in München – was kann der Anbieter Bird?

  • Bird: Auch der Anbieter ‚Bird‘ plant, demnächst E-Scooter zum „Sharing“ in München anzubieten. Noch gibt es aber keine genauen Infos, wie viele Roller es in der Stadt geben wird. Bisher jedenfalls ist das US-Unternehmen neben elf europäischen Städten nur in Bamberg vertreten – doch auch dort wurden die E-Scooter lediglich getestet. Die Freischaltung soll ab 1 € erfolgen – wie hoch die Gebühr pro Minute ist, ist nicht bekannt. Man darf jedoch davon ausgehen, dass die Preise pro Fahrtminute zwischen 0,15 und 0,20 Cent liegen werden. Eine ‚Bird‘-App gibt es bereits, jedoch ist diese noch nicht für den deutschen Markt ausgelegt. Sobald die App verfügbar ist, wird es dann auch möglich sein, E-Scooter in München auszuleihen.

    Die Ausleihzeiten im Überblick:
    • Noch nicht bekannt

Otto Now bietet in München alternatives Sharing-Modell an – so sieht es aus

Bisher stehen in München mit Tier, Lime, Circ und Voi vier Anbieter in unmittelbarer Konkurrenz. Dabei unterscheidet sich das Geschäftsmodell der jeweiligen Firmen nur minimal. Nach einer Aktivierungsgebühr wird pro Minute ein Betrag zwischen 0,15 und 0,20 Cent verlangt.

Neben dem Spaß und der Praktikabilität macht sich solch eine Fahrt auf dem E-Scooter dann eben auch schnell im Portemonnaie bemerkbar. Denn für eine zehn minütige Fahrt verlangt jeder der vier Anbieter rund drei Euro.

Mit ‚Otto Now‘ stürmt jetzt noch ein weiterer Anbieter auf den Markt in München und bietet ein alternatives Verleih-Modell an. Dort soll nämlich nicht pro Minute abgerechnet werden, sondern pro Monat.

Otto Now bietet E-Scooter zur Miete an – lohnt sich das?

Konkret heißt das: Gegen eine Pauschal-Miete von 39 Euro bekommt der Kunde seinen eigenen E-Scooter nach Hause zugeschickt und darf den ganzen Monat über so viel fahren wie es ihm beliebt. Vor allem für Viel-Nutzer dürfte dieses Sharing-Modell also interessant sein.

Darüber hinaus wird es keine gesperrten Geschäftsgebiete geben, in denen der Elektroroller von ‚Otto Now‘ nicht fahren kann – überall in München und natürlich auch in Deutschland wird es möglich sein, den Elektroroller zu nutzen.

Was die Kapazität und Ausstattung der E-Scooter von ‚Otto Now‘ anbelangt, unterscheiden sich diese nicht sonderlich von den anderen Anbietern. Der Roller ist im schlichten Schwarz gehalten und kann bis auf 20 km/h beschleunigen. Er soll eine Strecke von bis zu 40 Kilometer zurücklegen und in rund sechs Stunden wieder komplett aufgeladen werden können.

Sharing-Modell von ‚Otto Now‘ gänzlich ohne Haken?

Und wie sieht es mit der Versicherung und der Zulassung aus? ‚Otto Now‘ wirbt damit, dass ausschließlich Elektroroller mit einer gültigen Zulassung des Kraftfahrtbundesamts inklusive Versicherung in den Verleih kommen, also auch hier scheint kein Haken versteckt zu sein. Falls das Gerät einen Defekt oder sonstige Schäden hat, sorgt ‚Otto Now‘ für Ersatz. Auch bei natürlichen Gebrauchsschäden haftet nicht der Nutzer, so versichert es der Anbieter in den FAQ.

Nach der Monatsmiete kann der Kunde entscheiden, ob er die Leihe um einen weiteren Monat verlängert oder den E-Scooter an ‚Otto Now‘ zurückschickt.

Starten soll das neue Sharing-Modell Ende August mit dem Monatspreis von 39 Euro. Dabei handelt es sich aber um ein Starter-Preis – später soll sich die Miete für die E-Scooter dann auf 49 Euro belaufen (wann das passiert, ist noch nicht klar).

‚Otto Now‘ leiht E-Scooter in München – alle Fakten im Überblick

Hier nochmal alle Fakten zum Sharing-Modell vom Anbieter ‚Otto Now‘ im Überblick:

  • Statt einer Abrechnung pro Fahrt bietet ‚Otto Now‘ die Möglichkeit an, seine E-Scooter gegen eine fixe Gebühr von 39 Euro pro Monat zu verleihen.
  • Die E-Scooter werden nach Hause versandt und können nach Ende der Leihe zurück zu ‚Otto Now‘ geschickt werden.
  • Es gibt keine gesperrten Geschäftsgebiete – die Elektroroller dürfen also überall in München und natürlich auch in ganz Deutschland gefahren werden.
  • ‚Otto Now‘ verleiht ausschließlich versicherte Roller mit einer genehmigten Zulassung des Kraftfahrtbundesamts. Defekte Geräte werden vom Anbieter ersetzt.
  • Die E-Scooter können eine Strecke bis zu 40 Kilometer fahren und in rund sechs Stunden komplett aufgeladen werden.
  • Das Sharing-Modell soll ab Ende August angeboten werden.

E-Scooter-Sharing in München – diese Anbieter könnten noch dazukommen

  • Bird (Details siehe oben)
  • MyTaxi
  • Floatility
  • dott
  • Lab1886
  • Scoota
  • BIT Mobility