Lange hat es nicht gedauert, bis die praktischen E-Scooter die bayerische Landeshauptstadt erobert haben. Zahlreiche Münchner nutzen die Elektroroller bereits, um sich morgens durch den Berufsverkehr zu schlängeln oder abends pünktlich zur Verabredung zu kommen. Doch wer die E-Scooter (mittlerweile gibt es vier Anbieter) in München nutzt, sollte vor allem im Straßenverkehr verantwortungsbewusst sein und bestimmte Regeln beachten. Hier gibt es die Antworten auf die wichtigsten Fragen in Sachen E-Scooter und Führerschein.

Braucht man in München für E-Scooter einen Führerschein?

Nein. Für die Nutzung der E-Scooter wird kein Führerschein benötigt. Weiter ist auch kein Mofa-Prüfschein oder Führerschein für zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge bis zu 25 km/h nötig, um mit den beliebten Elektrorollern durch München zu cruisen.

E-Scooter in München: Welche Regeln müssen beachtet werden?

Dennoch gibt es bestimmte Voraussetzungen und Regeln, die befolgt werden müssen, um die E-Scooter in München nutzen zu dürfen – hier kommt der E-Scooter-Knigge:

Diese Regeln müssen beachtet werden
1. Ab 14 Jahren erlaubt
2. Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h
3. Versicherungskennzeichen
4. Betriebserlaubnis
5. Fahren auf Bürgersteig und in Fußgängerzonen verboten
6. Lichter- und Klingelpflicht
7. Keine Helmpflicht
8. Personenbeförderung verboten
9. Nebeneinander fahren verboten
10. Fahren unter Alkoholeinfluss verboten
  • Erst ab 14 Jahren ist das Fahren der E-Scooter erlaubt
  • Der Elektroroller darf die maximale Geschwindigkeit von 20 km/h nicht überschreiten
  • Der E-Scooter muss mit einem Versicherungskennzeichen versehen sein
  • Der jeweilige E-Scooter darf nur mit einer validen Betriebserlaubnis gefahren werden
  • Elektroroller dürfen in München nur auf Fahrradwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen gefahren werden – nur wenn diese nicht vorhanden sind, darf die Fahrbahn der Autofahrer genutzt werden (Bürgersteig und Fußgängerzonen sind dagegen nicht erlaubt)
  • E-Scooter müssen mit einem Vorder- und Rücklicht sowie einer funktionstüchtigen Klingel ausgestattet sein
  • Für die Nutzung der Scooter besteht zwar keine Helmpflicht, es wird jedoch empfohlen, mit Helm zu fahren
  • Laut Bundesverkehrsministerium ist zudem die „Personenbeförderung“ verboten, also die Mitnahme einer weiteren Person auf einem E-Scooter – es dürfen zudem keine Fahrzeuge an die E-Scooter angehängt werden
  • E-Scooter dürfen nicht nebeneinander sondern nur hintereinander fahren – freihändig zu fahren ist ebenfalls verboten
  • Darüber hinaus ist es untersagt, die Elektroroller unter Alkoholeinfluss zu nutzen – es gelten die gleichen Promillegrenzen wie bei Autofahrern (weitere Infos im anschließenden Kapitel)

E-Scooter und Alkohol – ab welcher Promillegrenze kann in München der Führerschein entzogen werden?

Für E-Scooter-Fahrer gelten dieselben Promillegrenzwerte wie für Autofahrer. Konkret heißt das:

VergehenMögliche Strafe
Mit 0,5 bis 1,09 Promille auf E-Scooter fahren – jedoch keine alkoholbedingte Auffälligkeit Ordnungswidrigkeit – 500 € Bußgeld, Führerscheinentzug für 1 Monat und 2 Punkten in Flensburg
Mit 0,3 Promille auf E-Scooter fahren – alkoholbedingte Auffälligkeit Straftat – Führerscheinentzug
Mit mindestens 1,1 Promille auf E-Scooter fahren Straftat – Führerscheinentzug
Alkoholisiert und ohne Führerschein auf E-Scooter fahren Geld- und Freiheitsstrafe – sechsmonatige Sperrfrist für Führerscheinvergabe
  • Wer in München mit 0,5 bis 1,09 Promille auf dem E-Scooter erwischt wird, dabei jedoch keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht damit eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Strafe von 500 € Bußgeld, Führerscheinentzug für 1 Monat und 2 Punkten in Flensburg rechnen.
  • Wer mit 0,3 Promille auf dem E-Scooter bereits alkoholbedingte Auffälligkeiten zeigt, der kann ebenfalls wegen des Begehens einer Straftat belangt werden und muss unter Umständen seinen Führerschein abgeben.
  • Wer mit einem Alkoholwert von mindestens 1,1 Promille einen Elektroroller nutzt, der begeht damit eine Straftat und muss unter Umständen seinen Führerschein abgeben.
  • Wer noch keinen Führerschein hat und unter Alkoholeinfluss E-Scooter fährt, dem kann neben einer Geld- und Freiheitsstrafe auch eine sechsmonatige Sperrfrist auferlegt werden, in der kein Führerschein ausgehändigt wird.